Tai Chi Chuan – Geschichte

Die Anfänge

Die Anfänge des Tai Chi Chuan liegen im Dunkeln. Seinen Ursprung hat es wohl in den Übungen taoistischer Mönche, Einsiedler und Individualisten. So gibt es einige Legenden und Erzählungen aus alter Zeit, in denen Tai Chi Chuan (oder etwas Vergleichbares) vorkommt. Doch läßt sich daraus weder ein räumlicher oder zeitlicher noch ein personeller Ursprung ableiten.

Die Yang Schule nennt den Taoisten Chang San-Feng, der am Ende der Sung-Dynastie (960 – 1127/1279) am Wutang-Berg gelebt haben soll. Anderen gilt Wang Tsung Yueh als der eigentliche Begründer des Tai Chi Chuans.

Weitere wichtige Namen aus den Anfängen des Tai Chi Chuans, sind Chiang Fa, der Lehrer von Chen Wang-Ting (1597 – 1664), dem Begründer des Chen-Stils. Chiang Fa soll das Tai Chi Chuan von Wang Tsung Yueh gelehrt haben.

Von der Familie Chen, die ihr Wissen zunächst nicht an Außenstehende weitergab, lernte am Anfang des 19. Jhs. Yang Lu-Chan (1799 – 1872) durch den Meister Chen Chang-Hsing (1771 – 1853), zunächst den Chen-Stil. Später entwickelte er dann seinen eigenen, den Yang-Stil.


 

Die Entwicklung des Yang-Stils

Der Begründer des Yang-Stils, Yang Lu-Chan wurde 1799 in Yung-nein, in der Präfektur Kuang-p’ing in der Provinz Hopeh geboren. Über seine frühen Lebensumstände herrscht Unklarheit. So wird einerseits behauptet, er sei ein Bauerssohn, der sich schon früh für Kampftechniken interessierte und später als Diener in den Haushalt von Chen Chang-Hsing gelangte. Andererseits heißt es, er habe in einer Drogerie bzw. Apotheke gearbeitet, bevor Chen Chang-Hsing auf ihn aufmerksam wurde.

Wie dem auch sei, es gelang ihm von Chen Chang-Hsing als Schüler angenommen zu werden, und er war ein hervorragender Schüler. Nach einiger Zeit beherrschte er den Chen-Stil so meisterhaft, daß Chen Chang-Hsing ihn entließ, und er wieder nach Yung-nein zurückkehrte, um dort Tai Chi Chuan zu unterrichten.

Einer seiner Schüler, Wu Yu-xiang, riet ihm in Peking Tai Chi Chuan zu lehren, um die Verbreitung seines Stils voranzutreiben. Es heißt aber auch, er sei auf Einladung des Kaiserhauses nach Peking gegangen. In der Hauptstadt gründete er eine Tai Chi Chuan-Schule. Zunächst unterrichtete er vorallem Angehörige des Kaiserhofes. Sein Ruhm wuchs rasch, und so wurde er unter dem Namen „Yang der Unübertroffene“ bekannt.

Yang Lu-Chan gab sein Wissen an seine beiden Söhne, Yang Pan-Hu (1837 – 1892) und Yang Chien-Hu (1842 – 1917) weiter. Sein dritter Sohn Yang Ch’i verstarb schon als Jugendlicher.

Ein Schüler Yang Pan-Hus, Wu Quan-Yu, begründete später den Wu-Stil. Die Hauptlinie des Yang-Stils ging aber von Yang Chien-Hu und seinen Söhnen, Yang Shao-Hu (1862 – 1928) und Yang Cheng-Fu (1883 – 1936). Besonders Yang Cheng-Fu ist es zu verdanken, daß der Yang-Stil in China so populär wurde. Da er nie in einem Wettsreit besiegt wurde, bekam er den Namen „Yang der Unbesiegbare“.

Yang Cheng-Fu unterrichtete neben seinen vier Söhnen, Yang Chen-Ming, Yang Chen-Chi, Yang Chen-Tuo und Yang Chen-Kuo, auch zahlreiche Schüler, die zur letzten großen Meistergeneration unseres Jahrhunderts wurden. Darunter Chen Wei-Ming, Cheng Men-Ch’ing, Chot Hok-Peng, Tung Ying-Chih.

Nach der Revolution in China, fand Tai Chi Chuan seinen Weg in die Welt u.a. über Hong-Kong.

 

 „Stammbaum“ des Yang Tai Chi Chuans

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