Dateisuche unter Linux: find, fd und ripgrep im Alltagstest
- Rubrik
- Software & Werkzeuge
- Veröffentlicht am
- 16. Juli 2026
- Lesezeit
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Wer viel mit Dateien arbeitet, verliert erstaunlich viel Zeit mit dem Wiederfinden. Drei Kommandozeilenwerkzeuge decken dabei zwei verschiedene Fragen ab: Wo liegt die Datei, und wo steht dieser Text?
find für Dateinamen und Metadaten
find gehört zu jeder Unix-Installation und beantwortet Fragen nach Name, Größe, Änderungsdatum und Rechten. find . -name "*.conf" -mtime -7 listet alle Konfigurationsdateien, die in den letzten sieben Tagen geändert wurden. Die Syntax gilt zu Recht als sperrig, dafür läuft sie ohne Zusatzinstallation auf jedem System, auch auf Servern, an denen Sie nichts nachinstallieren dürfen.
fd als schnellere Alternative mit lesbarer Syntax
fd muster durchsucht das aktuelle Verzeichnis rekursiv, respektiert standardmäßig die Einträge aus .gitignore und blendet versteckte Dateien aus. Auf einem Projektbaum mit 200.000 Dateien liegt der Unterschied zu find je nach Zwischenspeicher bei etwa einer Sekunde gegenüber fünf bis zehn. Entscheidend für den Alltag ist weniger die Geschwindigkeit als die Tatsache, dass man sich die Aufrufform merken kann.
Ein Werkzeug, dessen Aufruf Sie jedes Mal nachschlagen müssen, benutzen Sie im Zweifel gar nicht.
ripgrep für Inhalte statt Namen
rg sucht in Dateiinhalten und ist damit das Gegenstück. rg "TODO" --type py durchsucht ausschließlich Python-Dateien, rg -i fehler -A 3 zeigt drei Zeilen Kontext nach jedem Treffer. Auch hier werden ignorierte Verzeichnisse übersprungen, was bei Projekten mit großen Abhängigkeitsordnern den Unterschied ausmacht.
Ein pragmatischer Aufbau für den Arbeitsplatz:
fdfür Dateinamen,rgfür Inhalte, beide über kurze Aliase erreichbar;findfür Skripte, weil es auf jedem System vorhanden ist;rg --files | fzffür die interaktive Auswahl;- eine Notizzeile mit den fünf Aufrufen, die Sie wirklich brauchen.
Legen Sie diese Notiz in Ihre Konfigurationsdatei, nicht in ein separates Dokument. Was neben dem Werkzeug liegt, wird gelesen; was in einem Ordner mit Anleitungen schlummert, nicht.